Wissenschaftsmanagement als Beruf

Was ist eigentlich Wissenschaftsmanagement? Vereinfacht könnte man sagen, das Wissenschaftsmanagement kümmert sich darum, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mehr Freiraum für ihre eigentliche Aufgabe zu verschaffen: die Forschung. Damit ihnen dafür ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Und damit ihre Ergebnisse auch außerhalb der Fachwelt sichtbar werden. 

 

Wissenschaftsmanagerinnen und -manager stehen an der Schnittstelle zwischen Forschung und Verwaltung, sie sind verantwortlich für die Kommunikation, unterstützen bei der Einwerbung von Drittmitteln und etablieren den Kontakt zu den Fördermittelgebern, fördern den Technologietransfer oder sind in die strategische Entwicklung ihrer Einrichtung eingebunden. Die Aufgaben sind konkret an den Bedarf der Forschungseinrichtung gebunden und reichen von der Koordination großer Kooperationsprojekte bis hin zu der Leitung ganzer Abteilungen, die ein breites Spektrum dieser Verantwortungsbereiche abbilden. Vielleicht liegt es gerade an dieser Vielfalt, dass wir kein klar definiertes  Bild vor Augen haben, wenn es um das Wissenschaftsmanagement geht. Es liegt aber sicher auch daran, dass einige dieser Aufgabenbereiche in den letzten Jahren ganz neu geschaffen wurden, einhergehend mit immer größeren Anforderungen an die Forschungseinrichtungen und immer komplexeren Vorschriften oder Abläufen.  

 

Das Wissenschaftsmanagement hat sich in den letzten Jahren zu einer Karriereoption entwickelt für alle, die nicht selbst im Labor stehen, aber immer noch am Forschungsbetrieb teilhaben und ihn mitgestalten möchten. Es ist ein Perspektivwechsel. Dazu verlässt man den Bereich der aktiven Forschung und widmet sich der Unterstützung der Forschenden und Vermittlung der wissenschaftlichen Inhalte. Das ist aus Sicht der Forschungseinrichtungen recht eigennützig – viel Freiraum sorgt für optimale Forschungsbedingungen. Das zeigt sich auch darin, dass immer mehr Universitäten und Forschungseinrichtungen derzeit Wissenschafts- oder Forschungsmanager beschäftigen oder suchen. 

 

Während Management in der Regel eher mit wirtschaftlichen Aspekten verbunden wird, setzen in diesem Fall immer mehr Einrichtungen auf eine wissenschaftliche Ausbildung. Wenn es darum geht, wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, hilft es ungemein, die gleiche Sprache zu sprechen. Und je besser man selbst die Schwierigkeiten der Forschenden nachvollziehen kann, umso besser gelingt auch die Vermittlung, wenn es z.B. um die notwendigen Verwaltungsvorgänge geht. Als Chemikerin fühle ich mich selbst in dem Bereich sehr gut aufgehoben. Das liegt sicher auch an der breiten fachlichen Ausbildung, die ich während meines Studiums genießen durfte. Und an der Fähigkeit, wissenschaftliche Inhalte darzustellen, wie ich es während meiner Promotionszeit gelernt habe. Es ist spannend, wissenschaftliche Zusammenhänge nachzuvollziehen und beispielsweise in einen forschungspolitischen Zusammenhang zu setzen. Allerdings muss man auch darauf verzichten, weiter zu forschen. Das ist mitunter nicht so einfach. 

 

Die Professionalisierung des Wissenschaftsmanagements ist eine wertvolle Unterstützung für jede Forschungseinrichtung und kann erheblich zu ihrem Erfolg und der Sichtbarkeit ihrer Forschung beitragen. Das Berufsbild und die Karrierewege im Wissenschaftsmanagement werden sich sicher in Zukunft weiter etablieren und schärfen. 

 

Abbildung 1 (Grafik: pixabay)

Über die Autorin:

Dr. Maike Schröder hat an der FU Berlin Chemie studiert und promoviert. Seit 2006 ist sie beim des Leibniz-Institut für Kristallzüchtung im Forschungsverbund Berlin e.V. und seit 2013 Leiterin des Bereichs Wissenschaftsmanagement.