„Antimikrobiell aktive Verpackungsfolien“ |
Carolin Hauser, Monika Pischetsrieder, Gottfried Ziegleder
Der Handel und die Verbraucher fordern frische, möglichst wenig verarbeitete, aber gleichzeitig lang haltbare Lebensmittel. Sie stellen immer mehr Anforderungen an die Qualität verpackter Produkte, aber auch an deren Sicherheit und Hygiene. Doch genau diese können durch einfache, sogenannte passive Verpackungsarten, nicht immer vollständig über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden.
Neben physikalischen, chemischen und enzymatischen Reaktionen ist der Qualitätsverlust, welcher durch Mikroorganismen verursacht wird, der häufigste. Dies bringt einen großen wirtschaftlichen Schaden mit sich, welcher sich nach Angaben des amerikanischen Gesundheitsministeriums in den USA beispielsweise auf 1 Milliarde US-Dollar jährlich beläuft [1]. Zudem steigt die Zahl der Lebensmittelinfektionen - meist verursacht durch Mikroorganismen oder deren Toxine - und folglich auch die Angst des Verbrauchers davor stets an.
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Am Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung, IVV, in Freising wurde eine antimikrobiell aktive Folie entwickelt, welche den Wirkstoff Sorbinsäure enthält.
Die Herstellung der Folie basiert auf der Beschichtung einer herkömmlichen Verpackungsfolie mit einem Lack, welcher den antimikrobiellen Wirkstoff enthält (Abb.3) [3]. Diese Lackschicht ermöglicht eine kontrollierte Abgabe der Sorbinsäure an die Oberfläche des verpackten Lebensmittels in sehr geringen Mengen, welche aber ausreichen, um das Wachstum von Mikroorganismen an der Kontaktfläche zwischen Verpackung und Lebensmittel zu unterbinden. Somit wird der primäre Angriffspunkt für Kontaminationen, die Lebensmitteloberfläche optimal geschützt.
Es kann auf die eigentliche Konservierung des Lebensmittels verzichtet und trotzdem dessen Haltbarkeit bei wesentlich geringerem Konservierungsstoffeinsatz verlängert und dessen Sicherheit garantiert werden.
Die Abgabe des Konservierungsstoffes kann durch Migrationsprüfungen mit verschiedenen Lebensmittelsimulanzien und anschließender Quantifizierung mittels HPLC und UV-Detektion ermittelt werden.
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Der Nachweis der antimikrobiellen Wirksamkeit der hergestellten Folien erfolgte mit Hilfe des Japanischen Industrie Standard Test JIS Z 2801:2000. Hier kann durch Verkeimung der Testfolie im Vergleich zu einer unwirksamen Folie die antimikrobielle Wirksamkeit des jeweiligen Materials direkt bestimmt werden.
Die Untersuchungen zeigten, dass die hier entwickelte antimikrobielle Folie Sorbinsäure in geringen Mengen abgibt und gleichzeitig eine wirksame Abtötung lebensmittelrelevanter Mikroorganismen, wie Escherichia coli oder Staphylococcus aureus, erreicht.
Der Einsatz dieser antimikrobiell aktiven Folien ist bei pastösen oder auch festen Produkten vorstellbar, deren Oberfläche direkt mit der Verpackungsfolie in Kontakt kommt. So könnte beispielsweise bei Käse der Einsatz von Natamycin überflüssig werden.
| Schlauer Fuchs |
Machen Sie mit bei der Aktion Schlauer Fuchs, und beantworten Sie die folgende Frage: Mit welchem Agens in den Verpackungen schützt man in Japan seit über 20 Jahren Lebensmittel vor Qualitätsverlust durch Mikroorganismen? Schicken Sie Ihre Antwort an: schlauerfuchs@gdch.de |
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Literaturhinweise
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