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| „Nanoanalytik in der Stahlindustrie - Modeerscheinung oder Basis für gezieltes Schichtdesign?“ | ![]() | |||||||||||||||
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Tamara Appel Was bedeutet der Begriff Nano (griechisch für Zwerg), der diese immense Aufmerksamkeit in der heutigen Forschung erlangt? Die Definitionen sind uneinheitlich, beschreiben aber chemische Strukturen im Sub-Mikrometerbereich mit größenabhängigen Eigenschaften, deren Zusammensetzung und Erscheinung variiert (Bild 1). Wo liegt das Innovationspotential der Nanotechnologie bei Flachstahlprodukten? Bei einem Flachstahlprodukt, welches im Vergleich zur Gesamtmasse einen großen Oberflächenanteil besitzt, dominieren die Eigenschaften, die über Grenzflächen beschrieben werden. So beginnt die Welt des Nano nicht erst bei Quantendots, Nanotubes oder der Halbleiterindustrie. Entwicklungen zur Funktionalisierung von Metalloberflächen spielen sich heute wie gestern in den Größenordnungen des Nano ab. Mit Hilfe der Nanotechnik werden funktionelle Eigenschaften von Werkstoffen durch gezieltes Beeinflussen von Materie im Nanometerbereich und das Ausnutzen neuer Phänomene und Eigenschaften maßgeschneidert. Stellvertretend seien die Stichworte Easy-to-clean-, Anti-Fingerprint-Beschichtungen, Kratzfestigkeit, selbstreinigende und korrosionsfreie Oberflächen genannt.
Obwohl sie schon in der Vergangenheit weniger bewusst denn mehr phänomenologisch untersucht wurden, werden heute die neuen Konzepte auf
molekularen Größenordnungen beschrieben. Die analytische Herausforderung besteht in der Unterstützung zum Design neuer Schichten, im verbesserten
Verständnis der auf molekularer Ebene ablaufenden Prozesse. Der gezielte Vorstoß in die Nanowelt wird unterstützt durch den Einsatz moderner
Analyse- und Messtechniken.
Mittels AFM können Informationen über: - die 3-dimensionale Darstellung der Oberfläche
Stahloberflächen werden heute häufig veredelt, da die Eigenschaften nicht ausschließlich durch seine integrale Zusammensetzung, sondern auch
durch die Beschaffenheit seiner Oberflächen definiert werden. Für den Bereich der Stahlindustrie gilt dies besonders. So werden die geforderten
Eigenschaften durch geeignete Überzüge erreicht. Die AFM kann in der Entwicklung neuartiger Schichtsysteme und Werkstoffeigenschaften einen
wesentlichen Beitrag leisten.
a) vor der Beschichtung auf elektrolytisch verzinktem Feinblech und b) nach der Beschichtung mit einem Plasmapolymer Die Untersuchung des Wachstumsverhalten an Plasmapolymeren zeigt in wie weit sich ein geschlossener Film bildet und das Substrat konform überdeckt wird. So wird z.B. die Korrosionsneigung oder die Benetzbarkeit durch die konforme Abscheidung positiv beeinflusst. Neben der rein topografischen Aussage sind Schichteigenschaften ebenfalls direkt zugänglich. Verwendet man statt eines wie in der Abb. 2 dargestellten Si-Cantilevers eine Diamant-Spitze mit bekannter Geometrie, so können Härteeindrücke mit sehr geringen Kräften im µN-Bereich durchgeführt werden. Mit dieser Art der Härtemessung können mechanische Eigenschaften dieser dünnen Schichten und Strukturen bestimmt werden.
Fazit: Für die Werkstoffentwicklung muß in zunehmendem Maße lokale Analytik eingesetzt werden, die Aussagen über kleinste Dimensionen im nm-Bereich trifft. Die Aussage verallgemeinert in diesem Fall über mehr als acht Größenordnungen. Das setzt aber voraus, dass der Werkstoff in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr gut bekannt ist. Dann können Messergebnisse auf der nm-Skala mit makroskopischen Eigenschaften erfolgreich korreliert werden. | ||||||||||||||||
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