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| „Hundert mal schneller zu neuen Sensormaterialien: neue Technologie angewandter Polymerforschung“ | ![]() | |||||||
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Vladimir M. Mirsky Die herausragende Bedeutung und das große Anwendungspotential elektrisch leitender Polymere erschließt sich aus der Tatsache, dass die Erfinder A. Heeger, A. MacDiarmid und H. Shirakawa im Jahre 2000 mit Nobelpreis ausgezeichnet wurden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die elektrochemische Polymerisation von organischen Molekülen mittlerweile als eine einfache Technologie zur Erzeugung dünner Polymerschichten auf elektrisch leitenden Oberflächen etabliert hat. Man denke dabei nur an den weit verbreiteten Einsatz derartiger Schichten zum Korrosionsschutz. Später fand man heraus, dass durch simple chemische oder auch elektrochemische Oxidation oder Reduktion von bestimmten Funktionalitäten dieser Polymere eine drastische Änderungen von optischen und elektrischen Eigenschaften erzielt werden kann. Dadurch erweiterte sich das Anwendungspotential leitender Polymere um eine Vielzahl neuer Gebiete wie zum Beispiel der Erzeugung von Antistatik-Beschichtungen, der Anwendung der Polymere in Biosensoren zur Ermöglichung des Elektronentransfers, zur Immobilisierung von Biomolekülen oder als selektive Filter, zur Herstellung von pH oder Referenzelektroden, zur Entwicklung von Ionenaustauschern und Katalysatoren, bis hin zur Herstellung elektrochromer Fenster und zur Entwicklung von Gassensoren. Elektrisch leitende Polymere haben in so moderne Forschungsgebiete wie Bio- und Nanotechnologie Einzug gehalten. Das Hauptinteresse zukünftiger Anwendungen elektrochemisch erzeugter Polymere liegt aber in der organischen Elektronik, wo sich diese Materialien als individuelle elektronische Bauteile (Solarzellen, Transistoren, Dioden, Kondensatoren, Licht emittierenden Dioden und Displays oder ganzer integrierter Schaltungen) bereits jetzt großer Beliebtheit erfreuen. In diesen modernen Bauteilen liegt der Schlüssel für die immer weiter fortschreitende Miniaturisierung bei gleichzeitiger Zunahme des Funktionsumfangs zukünftiger Entwicklungen der Informationstechnologie.
Die Möglichkeit, die Polymerisation auf festen, leitenden Oberflächen durch Verwendung entsprechender elektrochemischer Potentiale zu steuern, legt es nahe, die Realisierung dieses Prozesses durch Computer gesteuerte Technologien durchzuführen. Eine Anordnung der Elektroden auf einem Array ermöglicht es, auf komplizierte und teuere Dispensiersysteme zu verzichten. Um die Elektropolymerisation von unbeschichteten Elektroden zu verhindern ist das Potential aller Elektroden auf dem chemischen Mikroarray festgelegt und man erreicht somit eine elektrisch adessierbare Immobilisierung. Die integrierte Möglichkeit einer sofortigen Charakterisierung der erzeugten Polymere in Verbund mit einer programmierbaren Datenanalyse birgt ein mächtiges Werkzeug. Lässt man die gewonnenen Ergebnisse der Charakterisierung sofort als Feedback in die Steuerung der nächsten Polymerisierungsschritte einfließen, ist eine zielgerichtete kombinatorische Synthese entlang eines gewünschten Gradienten auf schnelle und einfache Weise möglich. Die meisten Technologien zur kombinatorischen Chemie beruhen auf einer Festphasensynthese. Das kann mittels verschiedener Formate und Adressierungstechniken realisiert werden. Typischerweise wird eine Verteilung der Reagenzien auf Mikro- oder Nanotiterplatten verwendet. man kennt auch einige Ausnahmen, einschließlich einer lichtgesteuerten Immobilisierung und einer Adressierung unter Benutzung von Systemen der Mikrofluidik. Über die elektrische Adressierung wurde bisher wenig berichtet. Das Ziel unserer Bemühungen liegt auf den Einsatzmöglichkeiten des kombinatorischen Ansatzes der elektrischen Immobilisierung für die Synthese von elektrochemisch polymerisierten Materialien und Mehrschicht-Strukturen. In einem weiteren Schritt wurden die elektrischen Eigenschaften der erhaltenen kombinatorischen Bibliotheken analysiert. Die kombinatorische elektrochemische Synthese von Polymeren auf einem Elektrodenarray wurde kombiniert mit der Untersuchung derer elektrischen und chemosensitiven Eigenschaften. Das erlaubt uns ein komplettes System zur Hochdurchsatz-Synthese und -Charakterisierung kombinatorischer Bibliotheken von Polymerstrukturen auf einem Chip zu konstruieren und zu entwickeln.
Das System lässt sich hinsichtlich der Funktion in zwei Hauptteile gliedern. Der erste Teil bietet adressierbare elektrochemische Abscheidung von Materialien auf vorbestimmte Elektroden eines Elektrodenarrays (Elektropolymerisation). Der zweite Teil bietet die elektrische Charakterisierung der synthetisierten Materialien oder Mehrschicht-Strukturen (Messung). Zusätzlich bietet dieser Teil die Möglichkeit die Änderung der elektrischen Eigenschaften dieser Materialien gegenüber verschiedener Flüssigkeiten oder Gasen, oder gegenüber Änderungen physikalischer Größen zu kontrollieren. Das komplette System ist computergesteuert. Die automatische Datenanalyse erfordert die Entwicklung eines Messprotokolls. Es sollte ein Kompromiss sein zwischen der Anforderung, eine umfassende experimentelle Charakterisierung des Polymers, als Sensormaterial, und einer realistischen Messdauer. Deshalb war es notwendig eine geringe Anzahl der informativsten Messungen auszuwählen. Das System liefert und vergleicht:
und andere analytisch-relevante Eigenschaften von neuen Polymeren
Weitere analytische Anwendungen dieser Technologie neben der Entwicklung konduktometrischer Gassensoren auf Polymerbasis finden sich in der Erzeugung amperometrischer Biosensoren durch elektrochemische Immobilisierung der Rezeptorschicht. Die Signalübertragung findet hierbei durch direkten Elektronentransfer oder durch Änderung des pH-Werts statt. Auf dem Gebiet chemischer Sensoren die nach dem Prinzip der molekular geprägten Polymere funktionieren lässt sich mit Hilfe der vollautomatischen kombinatorischen Elektropolymerisation die Zusammensetzung des Polymers auf elegante Weise optimieren oder man erzeugt auf diese Weise chemische Filter. | ||||||||
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