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| „RNA- und Proteinsynthese auf Oberflächen“ | ![]() | |||
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Jenny Steffen, Markus von Nickisch-Rosenegk und Frank F. Bier EinleitungVon ursprünglich angenommen 100.000 Genen des Menschen blieben nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms nur 30.000 Gene übrig, deren Kodierung und Bedeutung in aufwendigen Verfahren analysiert werden soll. Die Gene als Erbinformationsträger sind auf Chromosomen lokalisiert, deren Grundgerüst die DNA bildet. Der Kode der DNA wird durch die Kombination von 4 verschiedenen Basen angelegt und ist in seiner Gesamtheit für jedes Individuum einzigartig. Damit diese wichtigen "Lebensdaten" geschützt sind, werden diese in höheren Organismen in einen Zellkern eingeschlossen. Für die Proteinbiosynthese werden von diesen genetischen DNA-Abschnitten Kopien in Form von Ribonukleinsäuren (RNA) hergestellt mit denen die Zelle ausserhalb des Zellkerns arbeitet. Diesen ganzen Ablauf von Vermehrung der Gen-Abschnitte, Umschreibung in RNA und Protein-Synthese ausserhalb einer Zelle ablaufen zu lassen, ist ein Schwerpunkt in der Biotechnologie. Hierfür ist es wichtig, dass das Gen direkt seinem Protein zugeordnet werden kann. Dies für viele Gene parallel zu realisieren ist Ziel unserer Arbeiten. Dazu müssen die Informationsträger sowie ihre Produkte an definierten Punkten lokalisiert sein, wofür heute die Chiptechnologie die Grundlage bildet. Gelingt die Vernetzung dieser Prozesse in einem miniaturisierten Bioreaktor, kann das analytische Labor auf einem Chip nachempfunden werden, ein sogenanntes "Lab on a Chip". Damit erschliessen sich viele genetische Zusammenhänge, darunter auch die Untersuchung von zellzerstörenden Proteinen und die Abhängigkeit der posttranslationalen Vorgänge von anderen Zellkomponenten, die innerhalb einer Zelle nicht durchführbar wären. Gensynthese Für die Synthese eines immobilisierten Gens (Abb.1) werden spezielle Oberflächen benötigt. Diese besitzen die Eigenschaft, dass an ihnen kurze DNA-Stücke (Primer) gekoppelt werden können. Diese Primer kodieren eine Basenabfolge, die den anfänglichen Abschnitt des zu untersuchenden Gens gleicht. Zusätzlich tragen sie eine Erkennungsstelle (Promotor) für das RNA-Syntheseenzym, die RNA-Polymerase.
RNA-Synthese Die RNA-Synthese (Abb. 2) erfolgt in einem zweiten Schritt. Mit der RNA-Polymerase wird das Gen abgelesen und aus Ribonukleotiden (RNA-Bausteine) die mRNA synthetisiert. Damit die Synthese überprüft werden kann, wird die in Lösung befindliche, sehr anfällige mRNA in eine stabile DNA-Form (cDNA) umgeschrieben und in einer für das Gen spezifischen PCR vervielfältigt.
Proteinsynthese Für die Translation auf der Oberfläche (Abb. 3) werden zusätzlich zu den Transkriptionskomponenten Ribosomen, Aminosäuren und tRNAs benötigt. Die entstehenden Proteine können somit an einer anderen Stelle auf der Oberfläche durch für sie spezifische Fängermoleküle (Rezeptoren oder Antikörper) gebunden werden.
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