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| „Aluminium - Ein Element mit vielseitigen Vorkommensformen“ | ![]() | ||||||||||
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Oliver Happel und Andreas Seubert
I Einleitung:
Aluminium ist ubiquitär vorhanden und stellt neben Sauerstoff und Silizium das dritthäufigste Element dar. Im täglichen Leben assoziieren wir
mit dem Element Aluminium im allgemeinen Gebrauchsgegenstände wie Aluminiumfolie, Kochtöpfe und Leichtmetallmotoren bzw- Automobile. Wer von
Sodbrennen geplagt wird oder sich verletzt hat, der kennt essigsaure Tonerde oder aluminiumhydroxidhaltige Antazida. Eine physiologische Bedeutung
des Aluminiums oder sogar eine etwaige Toxizität findet sich erst bei genauerer Recherche. Begriffe wie Dialyse-Enzephalopathie oder die
Alzheimer-Erkrankung werden mit Aluminiumgehalten in Verbindung gebracht, aber auch der Hungertod vieler Menschen hat bei ungünstigen geologischen
Bedingungen etwas mit der Chemie des Aluminiums zu tun.
II Ionenchromatographie für Elementspeziesanalyse des Aluminiums Eine Methode zur Trennung von gleich geladenen Spezies unterschiedlicher Größe und natürlich auch unterschiedlich geladener Verbindungen stellt die Ionenchromatographie dar. Mittels Anionen- oder Kationenchromatographie können Aluminiumspezies verschiedenster Ladung getrennt und mittels elementspezifischer ICP-AES-Detektion online nachgewiesen werden. Die Information über den Al-Gehalt ist quantitativ und erlaubt die Erstellung eines realistischen Speziesabbildes. Bei Einbindung weiterer Elementinformationen wie z.B. dem Kohlenstoffgehalt lassen sich auch grobe Rückschlüsse auf den Typ der Spezies ziehen. In Modellsystem ist sogar eine fast eindeutige Zuordnung möglich. Generell wäre eine molekülselektive Detektion ebenfalls wünschenswert, allerdings tauchen hier große Probleme bei der Anpassung der Trennung an die Detektion auf. Zur Entwicklung einer Methode und zur Optimierung der Trennung verschiedener Aluminiumkomplexe müssen verschiedene experimentelle Parameter variiert werden. Neben der Trennsäule an sich muss der Eluent an die Trennung und an die Endbestimmung angepasst werden. Bei atomspektrometrischer Detektion ist Ammoniumnitrat eine gute Wahl, da die im Plasma entstehenden Zerfallsprodukte nicht stören. Bei der Auswahl der Trennsäule muss darauf geachtet werden, dass keine sekundären Wechselwirkungen die Speziation zerstören. Insgesamt ist das Hauptproblem der ionenchromatographischen Elementspeziesanalyse die Vermeidung von Artefakten, welche durch Spezieszerfall auf der Trennstrecke entstehen. Mischungen aus Aluminiumionen und Citronensäure bilden eine Vielzahl von Chelat-Komplexen, die sich untereinander umwandeln können, und deren Gleichgewichtslage hauptsächlich von den Parametern pH-Wert, Konzentration und molares Verhältnis abhängt. Zur Untersuchung von Realproben (z.B. Pflanzensaft) besitzt die entwickelte Methode den Vorteil einer einfachen und vor allem schnellen Probenvorbereitung, da jeglicher Eingriff in die Analysenprobe die Spezieszusammensetzung verändern könnte. Ionenchromatographie ist kompatibel zu wässrigen Realproben und durch den Einsatz der ICP-AES-Detektion wird eine niedrige Nachweisgrenze erreicht. III Ergebnisse und Ausblick: Die Toxizität und die Verlagerungsmöglichkeiten von Al-Spezies in biologischen Systemen werden von der Ladung der Spezies entscheidend beeinflusst. In den meisten Proben liegen aber mehrere Al-Spezies vor, so dass eine eindeutige Ladungsbestimmung auch eine Trennung der Spezies erfordert. Hier kommt eine Stärke der Ionenchromatographie zum Tragen, da sie sowohl die Trennung als auch die Ladungsbestimmung erlaubt. Der auf dem Ionenaustausch als chemischer Reaktion basierende Mechanismus erlaubt quantitative Aussagen über die Ladung einzelner Verbindungen, in dem einfache experimentelle Parameter wie die Eluentkonzentration variiert werden. Eine logarithmische Auftragung des Retentionsfaktor k' gegen die Eluentkonzentration [Ey+] liefert nach Gleichung 1 eine Gerade mit der Steigung des Quotienten aus effektiver Ladung des Analyt- bzw. Eluent-Anions.
In Abbildung 2 ist am Beispiel des Al-Oxalat-Systems die Ladungsbestimmung für die beiden anionischen Al-Oxalat-Spezies AlOx2- und AlOx33- gezeigt. Die linke Hälfte zeigt das gleiche Experiment für zwei als Referenzanionen eingesetzte S-Spezies Methylsulfat und Sulfat.
Die Komplexumwandlung erschwert oder verhindert jedoch die Herstellung haltbarer und wohldefinierter Standardlösung mit möglichst nur einer
einzigen Spezies. Ohne solche Bezugspunkte ist das Elementspeziesanalyse mehr oder minder ein "im Trüben fischen". In den vergangenen Jahren
gelang die Kristallisation einiger Aluminium-Citrat-Komplexe, die über verschiedene analytische Methoden charakterisiert werden können und in
trockenem Zustand haltbare Spezies darstellen. Für chromatographische Messungen können sie in Wasser schnell gelöst und noch vor ihrer
Speziesumwandlung analysiert werden. Auf diese Weise gelang die chromatographische Messung von zwei stabileren und zwei weniger stabilen
Al-Cit-Komplexen. Als weitere Information können bei den weniger stabilen Spezies durch Beobachtung der sich zeitlich verändernden
Spezieskonzentrationen Informationen zum Reaktionsweg und zur Reaktionskinetik ihrer Zersetzung erhalten werden.
IV Ausblick: Die Wunschliste ist auch bei dieser Methode recht lang. Da stünden eine bessere Trennleistung bei Bewahrung der Spezies-schonenden Trennung, eine Miniaturisierung zur Erzielung schnellerer Trennungen, die ebenfalls dem zeitabhängigen Zerfall der Spezies entgegenwirkt, eine empfindlichere Mehrelementdetektion und nicht zuletzt ein molekülselektiver Detektor, der auch quantitative Qualitäten aufweist. | |||||||||||
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