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| „Dieselruß als Feinstaubproblem messtechnischer Art“ | ![]() | ||||
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Armin Messerer und Reinhard Nießner I EinleitungFeinstaub mit Partikeldurchmessern von wenigen Nanometern bis zu einigen Mikrometern ist gegenwärtig Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Besonders die ultrafeinen Partikeln, welche aufgrund ihrer geringen Abmessungen bis in die Alveolen der Lunge vordringen können, weisen ein hohes Gesundheitsgefährdungspotenzial auf. Darüber hinaus beeinflussen die Feinstaubpartikeln das Klimageschehen der Erde, indem sie zum einen die eintreffende Sonnenstrahlung absorbieren bzw. reflektieren und zum anderen in Form von Kondensationskeimen die Wolkenbildung und damit den Wärmehaushalt beeinflussen können. Zur Verminderung der negativen Auswirkungen von Feinstaub sind zur Zeit zahlreiche legislative Bestrebungen im Hinblick auf strengere Emissions- und Immissionsgrenzwerte im Gange.
Aufgrund der komplexen Abgaszusammensetzung und fraktal-ähnlichen Rußagglomeratstruktur ergeben sich besondere Anforderungen an die Messtechnik hinsichtlich der Quantifizierung der Rußpartikelemission sowie der Beurteilung der Effizienz moderner Minderungsmaßnahmen wie z.B. des Dieselrußpartikelfilters (DPF). Bedingt durch die vielschichtigen atmosphärischen Misch- und Reaktionsprozesse erfordert die zuverlässige Erfassung der Feinstaubimmission eine umfassende physkalisch-chemische Charakterisierung der Aerosolpartikeln. II Analytische Verfahren zur Quantifizierung der Feinstaubkonzentration a) Emission Die Quantifizierung der Rußpartikelemission im Hinblick auf die Erfüllung der Emissionsgrenzwerte von dieselgetriebenen Fahrzeugen (EuroIV ab 2005 sowie EuroV ab 2008) erfolgt bislang gravimetrisch, indem der mittlere Partikelmassenausstoß pro km (Pkw) bzw. pro kWh (Lkw) während eines Testzyklus bestimmt wird. Vor der Probenahme wird das Abgas mit Reinluft verdünnt und auf unter 52 °C konditioniert, so dass bei der anschließenden Filtration der sog. Diesel Particulate Matter (DPM), welcher neben Ruß auch noch Ölaschebestandteile sowie unverbrannte HC bzw. Schwefelsäurekondensate enthält, quantitativ erfasst wird. Die Rohemission moderner Lkw-Dieselmotoren liegt bei etwa 40 mg kWh-1, was einer Anzahlkonzentration der Größenordnung von 108 Partikeln pro cm3 entspricht. Zur Charakterisierung der Regenerationsfähigkeit des Rußfilterkuchens wird der Ruß mittels coulometrischer Analyse hinsichtlich seines Gehalts an organischem bzw. elementarem Kohlenstoff (Organic Carbon, OC, sowie Elemental Carbon, EC) untersucht.
Speziell für die Entwicklung der Partialfiltrationssysteme ist die größenaufgelöste Bestimmung des Abscheidegrades für die Optimierung des Systems unerlässlich. Dazu kommt ein sog. Scanning Mobility Particle Sizer (SMPS) zum Einsatz, welcher in einem zeitlich variierten elektrischen Feld die Rußpartikeln hinsichtlich ihrer Größe klassifiziert und anschließend in einem Kondensationskernzähler durch Größenwachstum in einer Butanolübersättigung mittels Lichtstreuung an den wenigen m großen Butanoltröpfchen detektiert [2]. Abbildung 4 zeigt die mit einem SMPS ermittelte größenabhängige Abscheideeffizienz sowie die Partikelgrößenverteilung von Rußpartikeln in einem PM-Katalysator, wobei besonders die ultrafeinen Partikeln mit Durchmessern < 100 nm aus dem Abgas filtriert werden.
Die Bestimmung des Sulfatanteils, welcher vom Kraftstoffschwefel herrührt, kann nach Standardvorschriften durch eine Extraktion mit einer Mischung aus Isopropanol/Wasser im Ultraschallbad bzw. in einer Soxhletapparatur erfolgen. Zur Quantifizierung des Ölascheanteils kann eine Verbrennungsmethode oder moderne spurenanalytische Methoden wie die Totalreflexions Röntgen Fluoreszenz (TXRF) bzw. Induktiv Gekoppelte Plasmaspektroskopie mit Kopplung an ein Massenspektrometer (ICP-MS) herangezogen werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist für zukünftige Grenzwerte ab dem Jahr 2008 ein Partikelanzahl basiertes Messverfahren in Diskussion, um den Wirkungsbezug aufgrund der hohen Anzahlkonzentration und der damit verbundenen großen spezifischen Oberfläche stärker zu berücksichtigen. Dabei kommt der Abgaskonditionierung eine große Bedeutung zu, da die hohe Partikelanzahlkonzentration zu schneller Partikelagglomeration und damit Beeinflussung des Messwertes führt. b) Immission Zur Verminderung der Gesundheitsgefährdung in belasteten Gebieten trat zum 1. Januar 2005 die EU-Richtlinie 1999/30/EG in Kraft, welche pro Jahr nur eine 35 malige Überschreitung des Immissionsgrenzwertes von 50 µg Partikelmasse pro m3 Luft zulässt. Um die in der Richtlinie vorgeschriebene, aufwändige gravimetrische Bestimmung der Partikelmassenkonzentration online in technisch vertretbarem Aufwand bei einer hohen geographischen Diskretisierung durchführen zu können, wurde die sog. b-Staubabsorptionsmessung flächendeckend auf dem Gebiet der BRD eingeführt [3]. Dabei werden die Feinstaubpartikeln auf einem Filterband vom Probenahmestrom abgeschieden und die Änderung der b-Strahlenabsorption bei einer zeitlichen Auflösung von über 1 Hz bestimmt. Die Kalibrierung der Geräte erfolgte an einem Standardaerosol. Eine Variation der Aerosolzusammensetzung führt zu einem anderen Signal, so dass die b-Staubabsorptionsmessgeräte streng genommen nur für ein bestimmtes Aerosol eine gültige Massenkonzentration liefert. Aufgrund der komplexen Zusammensetzung der partikulären Bestandteile des Dieselabgases ist in der technischen Entwicklung von Abgasnachbehandlungsstrategien eine umfassende analytische Methodologie unerlässlich. In den kommenden Jahren werden sich die Rohemissionen der Dieselmotoren auf derart geringem Niveau befinden, dass die konventionelle gravimetrische Methode an ihre Grenzen stößt. Zudem wird der Ascheanteil steigen, so dass nach Kohlenstoff- sowie Aschebeitrag differenziert werden muss. Ab 2005 sind transiente Testzyklen für die Einhaltung des Emissionsgrenzwertes heranzuziehen. Damit eröffnet sich der zeitlich aufgelösten und kohlenstoffspezifischen photoakustischen Rußdetektion ein weites Anwendungsgebiet in der Industrie. | |||||
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