Die Anforderungen moderner Analysenmethoden sind heute immer mehr an die Geschwindigkeit gekoppelt. So sind auch HPLC-Trennungen mit Analysenzeiten von 30 bis 60 Minuten nicht mehr zeitgemäß. Immer häufiger werden kurze Trennsäulen mit kleinen Teilchen für die schnelle HPLC eingesetzt. Die Diskussion um den Einsatz kleiner Teilchen in der HPLC begann bereits vor 30 Jahren. Bereits 1975 veröffentlichte Istvan Halász im Journal of Chromatography einen Artikel mit dem Titel "Ultimate limits in High Performance Liquid Chromatography" (1). In diesem Artikel sagte Halász bereits voraus, dass die optimale Teilchengröße eines HPLC Trägers bei etwa 1 µm liegen wird. Zu dieser Zeit war man noch nicht in der Lage solche Materialien mit einer guten Korngrößenverteilung herzustellen. Ebenso waren die existierenden HPLC-Geräte noch nicht auf die Erfordernisse hinsichtlich der Verwendung kurzer Trennsäulen optimiert.
Heute besitzen wir die Technologie, kleine Partikel reproduzierbar herzustellen. Gleichzeitig hat sich auch die Qualität der Geräte hinsichtlich der Verwendung kurzer Säulen mit kleinen Teilchen deutlich verbessert. Neben der Möglichkeit, mit höheren Gegendrucken arbeiten zu können, haben modernere HPLC- Apparaturen auch geringere Volumina zwischen Injektionseinheit und Detektor, was den Einsatz kurzer Säulen erst ermöglicht.
Warum sollten jedoch möglichst kurze Trennsäulen, die mit kleinen Teilchen gefüllt sind verwendet werden? Die Antwort gibt die van Deemter Kurve in Abbildung 1. Diese Säulen können bei sehr hohen linearen Flussgeschwindigkeiten betrieben werden, ohne dass Trenneffizienz verloren geht. Da mit kleineren Teilchen auch kleinere theoretische Bodenhöhen und somit höhere Bodenzahlen erreicht werden können, reicht bereits eine wesentlich kürzere Trennsäulen, um die gleiche Trenneffizienz einer langen Säule mit größeren Teilchen zu erreichen. Daher kommt es bei der Verwendung von kurzen Säulen, die mit kleinen Teilchen gefüllt sind, immer zu einer Beschleunigung der Analysenzeit.
| Abbildung 1: Berechnete van Deemter Kurven in Abhängigkeit des Teilchendurchmessers nach Halász |
| Abbildung 2: Säule : a) ProntoSIL 120-5-C18 ace-EPS, 150 x 4.6 mm b) ProntoPEARL TPP sub2 C18 ace-EPS, 50 x 4.6 mm Mobile Phase: Acetonitril/Wasser 60:40 (v/v) Fluß: a) 1.0 ml/min b) 2.5 ml/min Detektion: UV@254 nm Injektion: 2 µl Temperatur: 60 °C Proben: 1. Uracil, 2. Phenol, 3. Acetophenon, 4. Benzoesäureethylester 5. N,N Dimethylanilin, 6. Toluen, 7. Naphthalen, 8. Acenaphthen, 9. Anthracen |
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| Abbildung 3: Abhängigkeit der Datenaufnahmerate von der Effizienz der Trennsäule |
| Abbildung 4 |
Der Einsatz der ProntoPEARL TPP sub2 Säulen wird im folgenden Applikationsbeispiel gezeigt. Die Apparatur besteht aus einer Bischoff 2250 HPLC-Pumpe, einem Bischoff DAD 3L Dreiwellenlängen UV Detektor einem Bischoff Variotherm 4110 Säulenofen, und einem Alcott 718 AL Autosampler. Die Datenaufnahme erfolgt mittels der McDacq Control Software (Bischoff). Zur herkömmlichen Konfiguration der HPLC- Anlage wurden lediglich zwei kleine Änderungen durchgeführt: Es wurden 0.1mm Kapillarzuleitungen zwischen Säule und Detektor verwendet und die Datenaufnahmerate auf 60 Hz gesetzt.
Abb. 5 & 6 zeigen eine isokratische Methode zur Bestimmung von polyphenolischen Verbindungen in Rotwein. Für die Methode verwendeten wir eine ProntoPEARL TPP sub2 C8 ace-EPS Säule in der Dimension 50 x 4.6 mm. Bei der stationären Phase handelt es sich um eine C8 -Phase mit eingebundener polarer Gruppe in der Seitenkette. Dieser Säulentyp zeigt generell eine höhere Retention für saure Verbindungen im Vergleich zu klassischen Umkehrphasen. Ferner gelingt damit die Auftrennung von cis und trans Resveratrol. Daher gelingt es mit dieser Methode die Polyphenole nach der Matrix von der Säule zu eluieren und somit auf eine zeitaufwändige und unter Umständen fehlerbehaftete Probenvorbereitung zu verzichten. Abb. 6 zeigt das Chromatogramm eines Pfälzer Rotweines (Fritz Walter, Regent Trocken, Pfalz 2001). Der Wein wurde lediglich durch einen 0.2 µm Spritzenfilter filtriert und dann direkt injiziert. Es wurden hohe Konzentrationen an Myrecitin, Resveratrol und Quercitin gefunden.
| Abbildung 5&6: Säule: ProntoPEARL TPPsub2 C8 ace-EPS 50 x 4.6 mm Mobile Phase: Acetonitril/10 mM Phosphatpuffer pH 3, 30:70 (v/v) Fluß: 2.0 ml/min Detektion: UV@280 nm & 370 nm Injektion: 10 bzw. 20 µl Temperatur: 70 °C Probe: 1. Myricetin, 2. cis- Resveratrol, 3. trans- Resveratrol, 4. Quercitin, 5. Kaempferol |
Mit Hilfe der neuen stationären Phasen mit Teilchengrößen von kleiner 2 µm können selbst sehr komplexe Trennungen in kurzen Analysenzeiten mit konventionellen HPLC-Anlagen durchgeführt werden.
| Dr. Stefan Lamotte Bereichsleiter HPLC-Säulen Bischoff Chromatography Böblinger Str. 23 71229 Leonberg Tel.: +49 (0)7152 606450 Fax: +49 (0)7152 606435 E-Mail: lamotte@bischoff-chrom.de | Klaus Bischoff Managing Director Bischoff Analysentechnik u.-geräte GmbH Böblinger Str. 23 71229 Leonberg Tel.: +49 (0)7152 606432 Fax: +49 (0)7152 606435 E-Mail: bischoff@bischoff-chrom.de | Dr. Rainer Brindle, Peter Dietrich, Bischoff Analysentechnik u. -geräte GmbH Böblinger Str. 23 71229 Leonberg |