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| „Wasserstoffanalytik mit hochenergetischen Ionen“ | GDCh-AK "Radioanalytik und Analytik mit Hochleistungs-strahlenquellen" | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wolf Görner und Uwe Reinholz Das ProblemIn vielen materialwissenschaftlichen Fragestellungen bestimmt der Wasserstoffgehalt Materialeigenschaften bzw. die Qualität der Prozessführung. Neben dem Wasserstoffgehalt im Kompaktmaterial ist das Tiefenprofil der Wasserstoffkonzentration in oberflächennahen Schichten von besonderer Bedeutung. 1. Das VerfahrenW.A.Lanford schlug 1976 die 15N-Methode, ein Kernreaktionsanalyseverfahren (NRA) für die ortsaufgelöste Wasserstoffanalytik in oberflächennahen Schichten vor [1]. Sie kann auf o. g. Fragestellungen mittels der Kernreaktion 1H(15N,ag)12C Antwort geben [2,3].
Bei der Kernreaktion von 1H und 15N verschmelzen die Kerne zum energetisch hochangeregten 16O-Compoundkern. Er bildet durch a-Zerfall einen energiereichen 12C-Kern, welcher sich unter Abstrahlung eines g-Quants der Energie 4,432 MeV in den Grundzustand abregt [AJZ86]. Der Wirkungsquerschnitt der Reaktion hat im Bereich von 6,385 MeV eine scharfe Resonanz. Diese ermöglicht die Messung des Wasserstofftiefenprofils in oberflächennahen Schichten.
Die folgende Tabelle enthält eine Zusammenstellung der physikalischen Eigenschaften der Resonanzreaktion.
Die scharfe Resonanz ermöglicht die Messung des Wasserstofftiefenprofils in oberflächennahen Schichten. Dazu werden wasserstoffhaltige
Proben mit hochenergetischen 15N-Ionen bombardiert. Folgende drei Fälle verdeutlichen das Messprinzip
(s. Abbildung 3):
E0 > Er:
2. Die Referenzmaterialien In der Industrie und Forschung werden schnelle und preiswerte Verfahren zur Wasserstoffanalyse benutzt. Diese Verfahren benötigen in der Regel Referenzmaterialen (RM) mit bekannter Wasserstoffkonzentration zur Kalibrierung.
Der für das Kalk-Natron-Silikatglas (s. Abbildung 5) zertifizierte Wert für die Stoffmengenkonzentration von Wasser beträgt (0,033 ± 0,0050) mol/l. Es existiert ein umfangreicher Zertifizierungsbericht [4]. 3. Der Wasserstoff in NCS - GlasDie Infrarotspektroskopie ist ein preiswertes und schnelles Wasserstoff-Analyseverfahren mit
der Einsatzmöglichkeit in der Prozessanalytik. Die IR-Spektroskopie erfordert allerdings die Kalibrierung mit Referenzmaterialien.
Die für das Referenzmaterial BAM-S006 vorläufig zertifizierten Werte für den Wasserstoffgehalt sind in der folgenden Abbildung 8 zusammengefasst. Die Markteinführung ist für Ende 2005 geplant. Zu diesem zeitpunkt erscheint ein umfangreicher Zertifizierungsbericht [REI05_1].
4. Der Wasserstoff in oberflächennahen dünnen Schichten Um die H-Analytik dünner Schichten auf eine absolute Basis zu stellen, ist ein H-Dünnschicht-RM mit kastenförmigem H-Profil entwickelt worden (s. Abbildung 10). Die plasmaunterstützte chemische Gasphasenabscheidung (PE-CVD) wurde für die Herstellung von amorphen, wasserstoffhaltigen Si-Schichten auf Si-Einkristallsubstraten verwendet. Die Schichten wurden am Hahn-Meitner-Institut, Berlin (http://www.hmi.de/bereiche/SE) hergestellt. Dabei wird Silizium aus einem Silan (SiH4)-Wasserstoffgemisch in einer Hochfrequenz-Plasmaentladung abgeschieden. Die wichtigsten Gasphasenreaktionen sind dabei die Zersetzung des Silans zu SiH3, SiH2 und SiH. Die Silanfragmente werden auf dem Substrat, das sich auf einer der beiden Elektroden befindet, deponiert (vgl. Abb. 9) [LIP00].
Die Abbildung 10 zeigt ein typisches Wasserstofftiefenprofil einer aSi:H - Schicht. Die vom Kastenprofil abweichende Abrundung des Profils, insbesondere an der Hinterflanke ist im Wesentlichen eine Folge des Stragglings der 15N-Ionen. Insgesamt wurden drei verschiedene Substrate beschichtet und auf Stabilität Homogenität und Rückführbarkeit untersucht. Letztere ist einmal in einem internationalen Ringversuch demonstriert worden. Daran waren Labore beteiligt, die Fundamentalparameteranalytik betreiben. Zum anderen wurde durch CHN-Elementaranalytik die Rückführung auf einen Urtiter nachgewiesen. Die zertifizierten Werte des Wasserstoffanteils der aSi:H-Schichten betragen (13,9 ± 1,2) at.-%, (9,8 ± 0,8) at.-% und (12,2 ± 1,1) at.-%. Der Zertifizierungsbericht liegt vor [5]. Die erstmals zertifizierten Werte des Wasserstoffgehaltes der aSi:H-Schichten sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
An einer Probe wurde mehrfach an der gleichen Stelle das Wasserstoff-Konzentrationsprofil gemessen. Der Mittelwert des jeweils gemessenen Plateaus in Abhängigkeit von der akkumulierten Ladung ist in Abbildung 11 dargestellt. Die Abnahme der Wasserstoffkonzentration mit steigender Ionenfluenz ist ein Volumeneffekt. Anderer Schichten, wie wasserstoffbeladenes Zink auf Stahlblech oder implantierter Wasserstoff zeigen eine deutlich geringere Stabilität als das aSi:H.
Die Ursache hierfür liegt in der festen Bindung des Wasserstoffs an das Silizium. Raman-Spektroskopisch konnten SiH-, SiH2- und SiH3-Bindungen nachgewiesen werden (vgl. Abb. 12).
5. Der Ausblick Für zerstörende Methoden wie Sekundärionen-Massenspektrometrie oder Optische Emissionsspektroskopie ergab sich ein Bedarf an stabilen und rückgeführten RM's auf Basis von aSi:H. In der BAM wurde ein solches Referenzmaterial BAM-S110 entwickelt. Im Zertifizierungsbericht [6] wird ein Wasserstoffanteil von (11,9 ± 0,8) at.-% angegeben. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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